Die Piratenpartei spricht häufig von den nicht näher definierten Bürgerrechten, wo sich wohlhabende Bürger ihre Rechte nach Interpretation der FDP kaufen können. Auf der Jahrestagung von Netzwerk Recherche in Hamburg sprach der Pirat Bruno Kramm vom Menschenrecht für jedermann, am kulturellen Leben teilzunehmen. Leider begründetet er dieses Recht damit, dass er eine us-amerikanische Fernsehserie gerne sehen wollte, die in Europa nicht über legalen Weg verfügbar ist.
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Urheberrecht
Die FDP nahe Friedrich-Naumann-Stiftung hatte in Hamburg zu einem Diskussionsabend über das Internet und die Arbeit der FDP in der Enquête-Kommission geladen. Als Diskussionspartner waren Jimmy Schulz FDP-Obmann der Enquête-Kommission Internet und Christian Scholz als externer Begleiter der Enquête-Kommission anwesend. Die Veranstaltung wurde live ins Internet übertragen und lieferte einen guten Überblick in die Arbeit und Schwierigkeiten der Enquête-Kommission den Themenstellungen, rund um das Internet gerecht zu werden.
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Wer sich ein wenig mit Online-Aktivismus beschäftigt, dem wird vielleicht die Seite Freidaten.org aufgefallen sein. Die ist gut gemacht, war plötzlich da und hat viele Informationen wie den Datenschutzraum, der mit Unterstützung des ZDF entstanden ist.
Auf den zweiten Blick fällt dann auf, dass die Filme etwas zu perfekt sind und sehr oberflächlich. Da hat die Marketingabteilung des ZDF wohl wieder etwas über das Ziel hinausgeschossen, um sich Hip zu geben. Es geht nämlich bei dem Projekt in erster Linie um Unterhaltung und einen interaktiven Krimi und nicht um Datenschutz.
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Ich hatte neulich wieder eines dieser merkwürdigen Erlebnisse, die man als Journalist leider ständig hat. Für ein Musikmagazin sollte ich von einem Konzert berichten, wo ein Künstler seine Deutschland-Tournee startete. Leider war ich etwas spät dran.
So stand ich nun am Presseeingang und fragte, ob ich denn Fotos machen dürfte. “Nein, Fotos sind nur während der ersten drei Lieder erlaubt und die sind schon vorbei. Wenn es eine professionelle Kamera ist, müssen sie diese abgeben. Das verbietet uns der Künstler!”
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Es gab doch einst die für junge Leute geniale Erfindung mit dem Namen MTV. Dort wurden Musikvideos, die eigentlich auch nur Werbung für die Musik sind, gespielt um dazwischen wieder Werbeblöcke zu schalten. Heute verlagert sich alles zunehmend ins Internet und da hat Google die führende Online-Video-Plattform mit dem Namen YouTube. Dort kann man sich die Musikvideos anschauen und dabei Werbung eingeblendet bekommen. Daran möchte Google verdienen und auch die Gema.
Es gibt einen lange schwelenden Streit darüber, wie viel so ein Klick auf ein Musikvideo Wert ist. Dieser Streit ist jetzt eskaliert und die Gema droht damit bestimmte Musikvideos sperren zu lassen, um Google unter Druck zu setzen.
Dies ist nicht unbedingt im Sinne der Netzneutralität, wo der Benutzer unabhängig von seinem Standort erwartet Zugriff auf alle Inhalte zu haben. Schließlich sind wir hier nicht in China, wo der Staat entscheidet, was wir sehen dürfen.
Aber schon heute hat man auf viele Musikvideos bei YouTube keinen Zugriff, wenn man von Deutschland aus ins Internet geht. Um dies zu testen, muss man nur mal versuchen die weltweiten Top-Musikvideos anzuschauen. Man erhält die Meldung: Dieses Video enthält Content von ********. Es ist in deinem Land nicht mehr verfügbar.
Da fragt sich doch der potenzielle Kunde, soll ich das, was ich mir nicht mal im Internet ansehen darf, denn überhaupt noch kaufen? Der Hobbyfilmer oder Urlaubsfotograf, dem YouTube die Filme sperrt, weil er geschützte Musik verwendet hat, greift dann lieber zu freier Musik, die nicht unter GEMA-Kontrolle steht.
Daraus ergibt sich dann auch ein großes Dilemma, für die Künstler bei der Gema. Die dürfen dann ihre eigene Musik nicht auf ihrer YouTube-Seite anbieten.
Wenn aber die GEMA-Musik im wichtigsten Online-Video-Portal nicht mehr gespielt werden darf, wie sollen dann die potenziellen Kunden noch auf die Musik aufmerksam werden. Die kleinen Webradios hat die Gema auch kaputt gemacht mit Forderungen, die nur zahlungskräftige professionelle Anbieter leisten können.
Neidisch schaut dann der einheimische Surfer, was man jenseits der deutschen Grenzen so alles darf und kommt sich vor wie in einer Internet-Bananenrepublik. Damals in den 80ern, als es noch nicht so viel gab, gaben die Jugendlichen sehr viel Geld für Musik aus. Heute gibt es Handys, Spielekonsolen, Internet und vieles mehr. Dadurch, dass man Musik leicht kopieren kann, hat sie für die Jugendlichen sehr an Wert verloren. Das muss man nicht gut finden aber es ist auch illusorisch zu glauben, man könnte die Jugend dazu zwingen, die Musik zu kaufen.
- Spiegel Online: Gema-Chef Heker im Interview
- Heise Online: GEMA erklärt Lizenzverhandlungen mit YouTube für gescheitert
- golem.de: Gema bricht Verhandlungen mit Youtube ab
- Zeit Online: Funkstille zwischen YouTube und Gema
- sueddeutsche.de: Dieses Video ist nicht verfügbar
- Financial Times: Gema sucht Machtprobe mit Google
- FAZ.NET: Gema bricht Verhandlungen mit YouTube ab
Am Welttag des geistigen Eigentums am 26. April wurden wieder ganz alte, längst widerlegte Kamellen aufgewärmt und das Schreckgespenst vom im Internet kopierten Inhalten aufgetischt, dass ganze Industriezweige und Arbeitsplätze vernichtet. Die damit aufgeschreckten Politiker können so natürlich nicht den Kopf freibekommen, um eine längst überfällige Modernisierung des Urheberrechts in Angriff zu nehmen.
Man forderte beispielsweise ein Two-Strikes-Modell, wo jemanden nach zwei Warnungen der Internetzugang und damit eine wichtige Informationsquelle gesperrt wird. Auch war man sich nicht zu schade zu behaupten, dass durch angeblich illegale Kopien 10 Milliarden Umsatzverlust und damit 195.000 Arbeitsplätze pro Jahr vernichtet werden.
Dabei ist längst belegt, dass die angegebene Verluste jeglicher Grundlage entbehren. Jeder halbwegs intelligente Mensch kann leicht nachvollziehen, dass wenn die Verwertungsindustrie tatsächlich so hohe Verluste erwirtschaften würde, diese längst Pleite wäre.
Nehmen wir aber die Verwertungsindustrie beim Wort und glauben diese Verluste, dann kommen wir unweigerlich zu der Schlussfolgerung: Filesharing und Raubkopieren sind stärker demokratisch legitimiert als unsere Regierung. Denn wenn so viele Personen Filesharing betreiben, dann sind das mehr als unsere Regierung Stimmen bekommt bei der Wahl.
Tja liebe Politiker und Verwertungsindustrie dies sollte euch eigentlich zum Nachdenken anregen. Wollt ihr wirklich einen Großteil der Bürger und damit Kunden in die Illegalität treiben oder wollt ihr endlich beginnen über ein neues modernes Urheberrecht nachzudenken?
Der Wert eines digitalen Gutes steigt mit der Verbreitung. Jede Kopie steigert die Verbreitung und damit die Bekanntheit. Für die Kopien sorgen eure Kunden, dafür habt ihr keine Kosten. Jetzt muss man nur noch ein passendes Geschäftsmodell drum herum bauen. Dies können Werbeeinblendungen sein, Merchandising, Kulturflatrate, usw…
Musiker können über mehr Kopien ihrer Werke ihre Bekanntheit steigern und mehr Fans auf die Konzerte bekommen, an denen sie wieder verdienen können.
Aber leider ist unsere Welt noch nicht reif für solche Ideen. Die USA hat vor Kurzem eine Liste von Copyright-Sündern erstellt. Ebenso könnte man die USA als größten Umwelt-Sünder auf eine Liste setzten. Schuldzuweisungen bringen doch nichts. Man sollte beginnen die Probleme zu lösen.
In diesem Sinne verehrte Verwertungsindustrie schaut euch dieses Video an, was ein wesentlich besserer Beitrag zum geistigen Eigentum ist, als dass was ihr euren Kunden antun wollt.
Sony hat mal wieder den denkbar ungünstigsten Weg gewählt, um seine Produkte vor kopierten Spielen zu schützen, indem sie Linux von der PS3 ausgesperrt haben. Dadurch haben sie jetzt den Ehrgeiz der Linux-Internetgemeinde geweckt. Die PS3 Hardware ist für Hacker durchaus ein interessanter Bereich. Bis jetzt konnte man da ganz normal Linux drauf laufen lassen und dies wurde auch in Forschungseinrichtungen gemacht. Jetzt sind diese Hacker aber verärgert und werden nicht eher ruhen, bis sie die Sicherheitsmechanismen überwunden haben und Linux wieder normal, mit vollen Hardwarezugriff läuft. Als Nebenprodukt wird dabei dann auch genug Material für die Spielecracker abfallen, um kopierte Spiele auf der PS3 zum Laufen zu bringen. Ein Prozess, der sonst wahrscheinlich viel länger gedauert hätte.
Wieder einmal hat Sony nach dem Rootkit-DRM-Debakel und sehr merkwürdigen Ansichten über das Kopieren von Musik auf MP3-Player gezeigt, dass die Interessen des Kunden nicht unbedingt im Vordergrund stehen. Leider scheint man bei Sony aber auch nicht aus den Fehlern zu lernen und die Firmenpolitik zu überdenken.
[UPDATE]
Inzwischen gibt es bei YouTube ein erstes Video über den PS3-Linux-Hack…

