“Surfen ohne Risiko”, “Regieren ohne Kompetenz” oder “SOS Internet in Gefahr”?

Notfallknopf für das Internet - cc-by-nc-nd von meg_williamsBundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat sich was Neues ausgedacht. Sie will einen Notrufknopf für Kinder im Internet einführen.
Was im ersten Moment recht nett klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ähnlich inkompetenter Vorschlag wie die Stopp-Schild-Kampagne ihrer Vorgängerin.

Zunächst einmal kann keine Software (Nortrufknopf) das Internet jemals kindersicher machen oder die Eltern von ihrer Aufsichtspflicht entbinden.

Ein normaler Kinderschutz im Internet müsste folgendermaßen aussehen:
1) Bei Problemen jeglicher Art, wende dich an deine Eltern.
2) Fühlst du dich massiv bedroht drücke Alt-F4 oder ziehe den Netzstecker bzw. drücke auf den Ausschalter und erzähle es dann deinen Eltern.
3) Wende dich an deinen Lehrer oder entsprechende Beratungsstellen.
4) Bei andauernden Mobbing, Bedrohung, Stalking oder Betrug wende dich an die Polizei.

Die Frage, die sich jetzt beim vorgeschlagenen Notrufknopf der Familienministerin aufdrängt ist: “Wohin soll der Notrufknopf denn verbinden?” Die Eltern spricht man persönlich an und Beratungsstellen und die Polizei werden gerade kaputt gespart.

Insofern kann man wohl davon ausgehen, dass diese Kampagne weil sie nicht durchdacht ist, ähnlich viel Schaden anrichtet, wie bei der Vorgängerin, dann in der Schublade verschwindet und am Ende für den Kinderschutz nichts rauskommt.

Aber die EU kämpft doch wenigstens noch für die Freiheit im Internet oder?

Leider hat da EU-Beauftragte Neelie Koes daneben gegriffen indem sie ausgerechnet den EX-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg einstellte. Sie tat dies mit den Worten: “Ich suche Talente, keinen Heiligen!”
Damit liegt sie mit Frau Merkel auf einer Wellenlänge, die damals meinte: “Er ist Minister und nicht mein wissenschaftlicher Assitent!”
Über soviel Vertrauen in jemanden, der überhaupt nichts geleistet hat und das Verteidigungsministerium im totalen Chaos verließ, kann sich das Volk nur wundern.
Worin könnte denn Guttenbergs Talent im Kampf für die Freiheit im Internet liegen. Auf der Pressekonferenz konnte er sich eine Zensurinfrastruktur wie in Diktaturen vorstellen, zum Schutz der Kinder versteht sich. Dies macht Sinn, da seine Frau in der umstrittenen Sendung auf RTL2 für ein Gesetz zum Schutz der Kinder kämpft, das es schon längst gibt [1].

Wer darin ein Talent oder eine Qualifikation erkennen kann, der muss schon ziemlich blind, wenn nicht gar inkompetent sein.

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