Es gibt soziale Netzwerke, wo man nicht seinen echten Namen verwenden muss. Wo man nicht seine gesamten Daten und seine Seele verkaufen muss und wo man nicht ständig mit Werbung oder nervigen Minispielen belästigt wird.
Das soziale Netzwerk Diaspora befindet sich inzwischen in einem größeren Alpha-Test, ist Open Source und will eine Alternative zu Facebook werden mit besserem Datenschutz.
Aufmerksame Blogleser werden festgestellt haben, dass ich am rechten Rand einen Link zu meinem Diaspora-Account eingebaut habe.
Diaspora ist grundlegend anders strukturiert als Facebook. Es gibt keine Gruppen oder Seiten sondern man folgt Tags. Wenn man an Software interessiert ist kann man dem Tag #Software folgen. Durch das voranstellen einer Raute, kann man jedes Wort zum Tag machen (kennt man vom Micoblogging). Sofern man den Eintrag öffentlich macht, kann jeder, der dem Tag folgt, ihn lesen, weitersagen, mögen und kommentieren.
Man kann auch bestimmten Personen folgen und diese zu beliebigen Gruppen zusammenfassen. Es ist auch möglich Gruppen in Gruppen zu gliedern. So kann man beliebig konfigurieren, wem man etwas mitteilen möchte. Beispielsweise nur der Familie, Freunden und Arbeitskollegen oder nur ganz bestimmten Personen.
Es gibt keine Möglichkeit zu Terminen einzuladen, wie bei Facebook. Es sei den man macht einen ganz normalen Eintrag mit Datum und die Freunde sagen dann per Kommentar zu oder ab.
Die Konfigurationsmöglichkeiten innerhalb von Diaspora sind sehr spartanisch aber zweckdienlich und übersichtlich. Man kann genau einstellen ob man einen Eintrag öffentlich macht oder nur für bestimmte Gruppen bzw. Personen.
Mit dem Datenschutz ist es aber wie immer auch bei Diaspora so eine Sache. Wenn man einen privaten Eintrag macht und einer der Freunde den Eintrag kopiert und dann öffentlich noch einmal postet, dann ist er für alle Nutzer sichtbar. Zu private Daten sollte man nun mal nicht ins Internet stellen. Im Gegensatz zu den unübersichtlichen Privatsphäreneinstellungen von Facebook ist Diaspora aber ein reiner Genuss.
Ein echter Vorteil ist, dass man bei Diaspora jederzeit seine Bilder wieder herunterladen kann oder alle gemachten Einträge im XML-Format. Diese Möglichkeit findet man im Menüpunkt Einstellungen->Konto ganz unten unter Daten exportieren. Damit folgt Diaspora der bei Open Source üblichen Strategie des offenen Systems. Man kann jederzeit seine Daten herunterladen und woanders wieder einspeisen. Facebook hingegen betreibt ein geschlossenes System und will seine Nutzer nicht gehen lassen, was man als Walled Garden bezeichnet. Facebook nimmt die Daten der Nutzer als Geisel.
Der Editor zum veröffentlichen von Beiträgen ist ebenfalls sehr einfach gehalten und verzichtet zum Glück auf Flash-Elemente. Man kann reinen Text verwenden, wobei Links und Tags automatisch erkannt werden.
Wenn man den Beitrag etwas gestallten möchte steht dazu eine Syntax zur Verfügung, die an die Wikipedia erinnert.
Einen Link mit einem Namen versehen kann man mit folgender Syntax:
Ein Tag setzen kann man indem man eine Raute voranstellt. Der so markierte Begriff wir zum Link formatiert, der auf andere Einträge verweist, die ebenfalls dieses Tag enthalten:
In einer Linkbeschreibung innerhalb der eckigen Klammern sollte man keine Tags setzen, da man ja möchte, dass ein Klick darauf zum Link führt und nicht zu dem Tag. So etwas ist unbedingt zu vermeiden:
Ein Bild verwenden:
Beides kann man kombinieren, wenn man ein Bild verlinken möchte:
(http://www.google.de)
Ansonsten gibt es noch die Textformatierung:
**Fetter Text**
***Fetter Kursiver Text***
> Dieses Zitat wird als Blockquote-Element angezeigt.
Quelltext markiert man so: `<html> html-code </html>`
Nummerierte oder unnummerierte Listen:
- weiterer Listenpunkt
- ...
8. Nummerierte List Punkt 1
1. Punkt 2
1. Punkt 3
Man kann Überschriften verwenden, die entsprechend ihrer Ebene größer dargestellt werden:
## Überschrift in Ebene 2
### Überschrift in Ebene 3
#### Überschrift in Ebene 4
Ich verweise häufig auf gute Artikel in den Onlineausgaben der Presse. Dabei schreibe ich einen Kommentar und verwende ein Bild aus dem Artikel. Dies kann dann so aussehen:
Bei der Eingabe im Editor sähe der obige Eintrag folgendermaßen aus:
werden die Planungen über den Haufen geworfen. Wahrscheinlich
darf #Deutschland doppelt so viel zahlen in den #Rettungsschirm
wie geplant ...
[![Euro-Rettungsschirm]
(http://images.zeit.de/politik/deutschland/2011-12/schaeuble-merkel-esm/schaeuble-merkel-esm-540x304.jpg)]
(http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-12/esm-zahlung-deutschland)
[weiter lesen ...](http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-12/esm-zahlung-deutschland)
#2012 #Politik #Euro #ESM #EU #Europa #Nachrichten #Finanzen
#Schulden #Haushalt #Pleite #Regierung #fail
Die folgenden Diaspora-Icons habe ich im Internet gefunden und sie können unter der CC-BY Lizenz mit Hinweis auf den Autor Simon Petry frei verwendet werden, um auf einen Diaspora-Account aufmerksam zu machen.

Reply