Mit Statistiken lügen

Hungernde Menschen auf der Welt - Arte: Überbevölkerung - Die falsche Frage - Mit offenen KartenAuf Arte läuft die Sendung “Mit offenen Karten“, die ich überwiegend sehr schätze. In der Sendung “Überbevölkerung – Die falsche Frage” viel mir aber eine grobe Falschaussage in einer Statistik auf. In der Sendung sollte die These untermauert werden, dass der Anteil von hungernden Menschen an der Weltbevölkerung ständig weiter abnimmt und die Politik somit ständig bemüht ist dieses Problem zu verringern.

Gestützt wurde dies auf eine sehr dünne Statistik mit zwei echten Messpunkten und zweien in der Zukunft, also 50% Vorhersagen, die nicht überprüfbar sind. In der Statistik wurde der Prozentsatz der hungernden Menschen angegeben, der ständig abnimmt. Da aber die Weltbevölkerung ständig ansteigt, steigt die Anzahl der hungernden Menschen, obwohl ihr Prozentsatz an der Weltbevölkerung abnimmt.

Anzahl der hungernden Menschen steigt, obwohl ihr Anteil an der Weltbevölkerung abnimmt.

Somit wurde die Form der Statistik über Prozentsätze absichtlich so gewählt, dass die These der Sendung unterstützt wurde. Die Zukunftsprognosen sind dabei meiner Meinung nach, ebenfalls viel zu optimistisch. Es ist völlig unklar, ob die Weltpolitik willens oder überhaupt fähig ist die Nahrungsmittelspekulationen [1] in den Griff zu bekommen. Dies würde in der Zukunft den Anteil hungernder Menschen wieder ansteigen lassen.

Wenn man diese Punkte in die Betrachtung mit einbezieht, fällt das Fazit bei der Sendung “Mit offenen Karten” viel zu optimistisch aus und passt so gar nicht zu den sonst gut recherierten und kritischen Berichten.

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