Warum bekommen Bankmanager für die Vernichtung von Werten Millionen und wirklich wertvolle Arbeit einen Hungerlohn?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) cc-by-sa von World Economic ForumUnserer Bundeskanzlerin ist aufgefallen, dass durch den Wegfall der Wehrpflicht auch keine Zivildienstleistenden mehr zur Verfügung stehen. Deswegen wurde was neues erfunden, der Freiwilligendienst, für den sie eine Gesetzesinitiative anstoßen möchte. In ihrem Podcast (PDF) erklärte sie, dass sie am kommenden Dienstag, stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Helfer, 200 von ihnen im Bundeskanzleramt ehren möchte. Merkwürdigerweise sprach sie mit keinem Wort eine Entlohnung für diesen wertvollen Dienst an der Bevölkerung an!

Damit sind die Gerüchte, der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hätte bei der Reform der Wehrpflicht einen guten Job gemacht, endgültig entkräftet, denn über den Wegfall der Zivildienstleistenden hat er sich, wie der Rest der Union, keine Gedanken gemacht. Um jetzt die Überversorgung der Politiker weiter zu sichern ohne Kosten zu verursachen, hat sich die Bundeskanzlerin also das freiwillige Ehrenamt ausgedacht. Kein Wort von dem gesetzlich zustehenden Mindestlohn und die Gesetzesinitiative, die sie starten will klingt eher so, als dürften sich die Freiwilligen mit den 1-Euro-Jobbern um die Stellen streiten.
Dafür werden jetzt also 200 Ehrenamtliche in Bundeskanzleramt eingeladen, um ihnen Mut zu zusprechen. Dies kann man kaum noch als symbolische Ehrung, als Tropfen auf den heißen Stein, bezeichnen. Eher als Tropfen in einen ausbrechenden Vulkan und ein Leuchtfeuer für das Ehrenamt wird hier auch nicht entzündet, allenfalls ein Teelicht.
Dabei wissen wir doch, dass wenn die Kanzlerin jemanden richtig ehren möchte, dann darf der mit eigenen Gästen im Bundeskanzleramt Party feiern, wie der Deusche Bank Chef Ackermann. Dabei lag seine einzige Leistung darin, dass er der Kanzlerin geraten hatte, die Hypo Real Estate zu stützen, damit die faulen Wertpapiere im Keller der Deutschen Bank nicht wertlos werden. Natürlich erinnert man die Regierung immer mal wieder gerne daran, wie systemrelevant die Banken sind.
Alles in allem haben die Banken den Steuerzahler viele Milliarden gekostet und nur Werte vernichtet. Ehrenamtlich arbeitende Menschen erschaffen aber Werte für die Gesellschaft und sollen dafür nichts bekommen?

Was der Staat nicht leisten kann oder nicht leisten will?
Frau Merkel könnte sich ja auch mal für den gesetzlich verbindlichen Mindestlohn einsetzen oder gar für das Grundeinkommen. Dabei genehmigen sich die Politiker das Grundeinkommen, das sie dem Volk verwehren, schon lange. In Hamburg konnte sich der ehemalige CDU Bürgermeister Ole von Beust, der Hamburg in die Pleite regiert hat, lange vor dem 65. Lebensjahr zur Ruhe setzen und auch der ehemalige Innensenator Schill kassiert seine Rente schon. Wenn jemand aus dem Volk beschließen würde vor dem Rentenalter, nicht mehr arbeiten zu wollen, würde er nicht einmal Hartz-IV bekommen. Ist das Gleichheit vor dem Gesetz?

[UPDATE]

Kristina Schröder meint, dass man mit dem Bundesfreiwilligendienst einen wichtigen Schritt weiter gekommen ist, hin zu einer neuen Kultur des freiwilligen Engagement in Deutschland. Auch sie vermeidet es ganz und gar auf eine Bezahlung einzugehen. Freiwillig muss ja nicht kostenlos bedeuten, wird aber wohl von der Regierung vorausgesetzt. So versucht Frau Schröder hier wohl auf Kosten der Allgemeinheit Punkte gut zu machen, denn bei dem Elterngeld konnte sie Aufgrund von leeren Kassen nichts erreichen.

[UPDATE II]

Angela Merkel und Kristina Schröder heben in ihren Ansprachen die Freiwilligkeit sehr hervor. Das neue Wort Freiwilligendienst ist dann aber doch nicht mehr als Neusprech.

Wie könnte es anders sein, will die CDU Arbeitslose (Hartz-IV-Empfänger) zum neuen Freiwilligendienst zwangsverpflichten …

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