Mosaic Browser cc-by-nc-nd von Kevin BrairdEine der wichtigsten Informationsquellen der Gegenwart ist noch so jung, das die älteste von ihnen gerade mal dem Teenageralter entschwindet. Die erste Website, die am 13. Nov. 1990 zum ersten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich war, wird gerade einmal 20 Jahre alt.
Sie wurde am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf unter der Domain info.cern.ch von Tim Berners-Lee eingerichtet.

Über das wahre Alter der Website ist man sich uneinig. Die Süddeutsche Zeitung feierte den Geburtstag schon gestern. Wenn man sich die URI der archivierten Version der Website anschaut, dann wird dort der 3. Nov. 1992 angegeben.
Erste Website wird im Archiv auf den 03. Nov. 1992 datiert.Tatsache ist, die erste Website musste natürlich entwickelt und getestet werden. Das Webseitenarchiv ist ja auch nur eine Website und konnte erst später entwickelt werden. Die erste Website konnte also erst 2 Jahre später archiviert werden.
An die Öffentlichkeit trat die erste Website durch die Freischaltung über die Domain am CERN. Deshalb feiern wir den 13. Nov. 1990 als Geburt der ersten Website. Wobei man natürlich erwähnen muss, dass am besagten Tag eigentlich kaum jemand auf die Website zugreifen konnte. Der erste funktionsfähige Browser mit grafischer Benutzeroberfläche, der Mosaic wurde erst ein paar Monate später am 01. Apr. 1993 fertig gestellt. Das gesamte WWW steckte noch in den Kinderschuhen und es war problemlos möglich, sich an einem Tag alle Webseiten anzuschauen. Heute kann man die Webseiten nicht mehr zählen und die Anzahl wird auf 14. Millionen geschätzt. Wobei das WWW durch die Erfindung der dynamischen Webseite unendlich geworden ist. Man kann in einem Kalender theoretisch immer einen Monat weiter in die Zukunft schalten, bis ans Ende aller Tage. Das ist nicht wie im Mayakalender 2012.

Geschichte der Browser cc-by-nc-nd von ericosur

Er macht das WWW sichtbar - der Browser.

Ich hatte das Glück ab 1993 mit meinem Informatik-Studium zu beginnen. Dadurch konnte ich live die Entwicklung des WWW mitverfolgen und über einen Internetzugang meiner Hochschule auch darauf zugreifen. So ein Zugang war damals für Privathaushalte unbezahlbar. Mir stand ein Kontingent von 5 MB zum surfen pro Monat zur Verfügung. Dies entspricht heute in etwa, einmal eine Seite eines Fotoalbums aufzurufen. Im frühen Internet wurden aber kaum Bilder und überwiegend nur Texte verwendet, sodass ich mit dem Kontingent problemlos aus kam. Später als sich das WWW in den USA schon stark verbreitet hatte, habe ich mir in den Semesterferien, wenn ich keine wissenschaftlichen Aufgaben im Web zu erledigen hatte, auch mal amerikanische Homepages mit Fotos angesehen. Allerdings waren meine 5 MB dann immer ziemlich schnell verbraucht.

1995 als das Internet in etwa aus 18.000 Webseiten bestand kam ein ganz erstaunlicher Film heraus.

Der Film “Das Netz” beschreibt Kriminalität im Internet, wie sie zum damaligen Zeitpunkt noch nicht aufgetreten ist. Identitätsdiebstahl und Trojaner wurden erst einige Jahre später zum Problem im Internet. Gleichwohl hatte der CCC schon Mitte der 80er davor gewarnt, dass sich über das Internet der Zukunft Schadsoftware ungehindert verbreiten könne, wenn man alle Computer miteinander vernetzt. Genauso ist es dann gekommen.
Die anfänglich entwickelten Protokolle, auf denen das Internet basiert, waren für wissenschaftliche Zwecke entwickelt worden. Für Netzwerke, wo man allen Mitgliedern vertraut. Emails und Daten wurden unverschlüsselt und ungesichert vor Manipulation übertragen. Dies führt heute, wo man nicht mehr uneingeschränkt jedem im Internet vertrauen kann, zu vielfältigen Problemen.

Rückblickend muss man sagen, dass die Erfindung und Auswirkung des Internets stark überschätzt wurde. Das Internet hat die vielen Probleme am Finanzmarkt eher verstärkt. Es können jetzt Milliarden mit einem Knopfdruck um die Welt gesendet werden, sodass man an kleinen Währungsschwankungen verdienen kann. Auf einen Knopfdruck kann man ganze Banken in den Ruin treiben.
Dabei muss man ganz klar sagen, Informationen konnten wir auch schon vorher, über Zeitungen und das Fernsehen an alle Haushalte liefern. Das Internet hat dies nur beschleunigt und bietet mehr Quellen, auf die man zugreifen kann. Insofern war der Buchdruck eine größere Revolution, weil es davor nichts gab, außer die wohlgehüteten Bibliotheken der katholischen Kirche, auf die normale Menschen keinen Zugriff hatten.