Flughafen HamburgNeusprech nennt man es in der Politik, wenn unbequeme Begriffe neue Namen erhalten, um sie leichter umsetzten zu können. So wurden aus den einst von der Bevölkerung entrüstet abgelehnten Nacktscannern, erst Personenscanner und dann noch abstrakter Körperscanner. Nachdem die Bezeichnung geändert wurde und ein Großteil der Presse die neue Bezeichnung übernommen hat, kann man die Scanner, obwohl ihre Wirksamkeit mehrfach widerlegt wurde, jetzt anscheinend einführen, hat zumindest unsere Regierung beschlossen.

Als Testregion wurde nicht etwa der Reichstag, sondern der Flughafen Hamburg ausgewählt und selbstverständlich darf man während der Testphase freiwillig daran teilnehmen.
Die Geschichte der Nackscanner ist eine beispiellose Kampagne von Desinformation, Pseudosicherheit und Verschwendung von Steuergeldern.
Zunächst wurde behauptet, die Bilder der Nackscanner könnten gar nicht gespeichert werden, sodass ein Missbrauch unmöglich wäre. Auf den Hinweis, wo denn die Bilder in der Presse herkommen, gab man zu, dass man für Demonstrationszwecke vereinzelt doch Bilder speichern könne. Letztendlich kam heraus, dass Bilder massenweise gespeichert werden, ohne dass man dies verhindern kann.
In der Presse hat man nur Negativbilder von gescannten Personen veröffentlicht, um zu zeigen, dass es keine pornografisches Missbrauchspotential gibt. Diese Bilder kann man aber ganz leicht umwandeln.
Nach dem verhinderten Flugzeuganschlag von Detroit kamen Experten zu dem Ergebnis, dass auch Nacktscanner die Bombe nicht entdeckt hätten. Trotzdem wurde mit diesem Anschlag der Einsatz von Nacktscanner in Amsterdam begründet. Auch bei den Schuh-Bombern hätte der Nacktscanner nichts ausrichten können. Außerdem hindert den Selbstmordattentäter nichts daran, den Sprengstoff zu verschlucken. Sollen dann alle Flugpassagiere vorher eine Sonde zur Überprüfung des Mageninhalts eingeführt bekommen?
Auf Youtube [2] kann man sich anschauen, dass es gefährliche Substanzen gibt, die keine Nacktscanner entdecken können.
Wer also mit der Steigerung der Sicherheit argumentiert um Nacktscanner einzuführen, sollte sich ernsthaft sorgen um seine Intelligenz machen.
Der einzig sinnvolle Test wäre jetzt für ein halbes Jahr am Reichstag jeden Politiker zu scannen. Wenn es kein Bild davon an die Öffentlichkeit schafft, ist die Aussage, die Scanner könnten keine Bilder speichern glaubwürdig.