NRW-Wahl: Favorit CDU gegen Außenseiter Piratenpartei

Die Junge Union hatte schon mal einen recht peinlichen Auftritt mit einem Lied bei YouTube. Daraus scheint die CDU nicht gelernt zu haben und hat zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ein Lied online gestellt, das von der Netzgemeinde ähnlich schlecht bewertet wurde.
Hiebei zeigt sich auch deutlich, dass die CDU keine Ahnung vom Online-Wahlkampf hat. Nachdem man feststellte, dass der Song eher kritisch aufgefasst wurde, zog man die Notbremse und stellte die Kommentare auf moderiert. Dabei vergaß man die Bewertungsfunktion abzuschalten und im YouTube-Kanal können die Kritiker immer noch ihren Ärger unmoderiert Luft machen. Dies zeigt deutlich, dass man das Medium Internet nicht beherrscht und dass man sich mit Kritik eher nicht auseinandersetzen möchte. Etwas merkwürdig kommt auch das Motto der CDU zur NRW-Wahl rüber: NRW für Rüttgers. Dies müsste eigentlich andersherum lauten.
Ansonsten war der Wahlkampf der CDU eher von Skandalen überschattet, sei es nun die Finanztricks, die Käuflichkeit oder der Umgang mit kritischen Journalisten.

Unsere Familienministerin Kristina Schröder erzählt in einem Interview im YouTube-Kanal zur NRW-Wahl, dass sie soziale Netzwerke erfolgreich nutzt. Tatsächlich twittert sie teilweise von ihrem Handy und antwortet dabei auch gelegentlich: [1] [2] [3]
Frau Ministerin freut sich auch, wenn sie in der Presse erwähnt wird: [1] [2] [3]
Allerdings sind das alles eher unverfängliche und belanglose Sachen. Bei kritischen Artikeln oder Anfragen schweigt die Ministerin lieber: [1] [2] [3] [4]


Die Piratenpartei versuchte am beginn des Wahlkampfes mit kreativen Mitteln Spenden zu erhalten. Beim Plakatieren wurde sehr kreativ gegen Rechts protestiert.
Für das Wahlkampfprogramm haben auch NGOs wie Mehr Demokratie mitgearbeitet. Die Entstehung des Wahlprogramms zeigt dieser Bericht sehr gut.
Darüber hinaus finden sich bei YouTube Interviews mit den meisten Kandidaten für die Landtagswahl: [1] [2] [3] [4] [5] [6].
Mit dem groß angelegten Wahlkampf der CDU, die dafür wesentlich mehr Mittel bereitstellt, kann man das nicht vergleichen. Interessant wäre es aber zu ermitteln, wie viel Geld die CDU pro Stimme im Wahlkampf ausgegeben hat und wie viel die Piraten. Die Piraten haben ganz klar verstanden, wie sie das Internet optimal im Wahlkampf einsetzen können und sind im Netz die am stärksten vertretene Partei. Ob dies zum Überschreiten der 5%-Hürde ausreicht, bleibt spannend. Bei der Bundestagswahl hat sich gezeigt, dass die Piratenpartei durchaus frischen Wind und ernste Themen beisteuert, aber eher von einer Randgruppe politisch interessierter Nerds gewählt wird. Dem hat man in NRW versucht mit einem breiteren Wahlprogramm, dass weit über das Thema Urheberrecht hinausgeht, entgegen zu wirken.

Dass die Piratenpartei mit dem Internet wesentlich besser umgeht hat auch die CDU erkannt. Merkwürdigerweise scheint man aber nicht in der Lage zu sein daraus zu lernen, wie der Wahlkampf in NRW zeigt…

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  1. Erste Wahlausgang Umfragen (unter Vorbehalt)

    CDU 34 %
    SPD 35 %
    FDP 7%
    Grüne 12 %
    Die Linke 8 %
    Andere 5 %

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