Ein Hartz-IV-Empfänger steht laut einem Urteil keine Prozesskostenhilfe zu, um einen PC im Haushalt zu erstreiten. Ein höchst fragwürdiges Urteil, das zum Glück mehr als die Hälfte der Bevölkerung anders sieht.
Wäre ja auch schlimm, wenn sich Hartz-IV-Empfänger im Internet vernetzen und austauschen könnten. Am Ende würden sie gar erfahren, dass 1-Euro-Jobs ungesetzlich sind und gegen die Menschenrechte verstoßen. Sie könnten sich gar eigenständig im Internet fortbilden oder Bewerbungen schreiben.
Das geht natürlich nicht in unserem Lande, wo sich Hartz-IV-Empfänger nutzlos und ausgestoßen fühlen sollen. Sie haben gefälligst wie im letzten Jahrtausend vor dem Fernseher zu sitzen und sich dort zu informieren.
Einen Tag vorher erklärt ITU-Generalsekretär Hamadoun Touré in Genf, dass der Zugang zu schnellen Fest- oder Mobilfunknetzen so wichtig werde wie Nahrung, Wasser oder Energie und dann verweigert ein deutsches Gericht, der dazu notwendigen Gerätschaft die Anerkennung als Grundbedarf.
Das alles in einem der reichsten Länder der Welt. Da muss man sich doch ziemlich verarscht vorkommen, zumal wir es uns leisten können, den Bänkern immer noch satte Boni zu zahlen von unseren Steuergeldern.
Warum wird aber bereitwillig den Banken unser Geld zugesteckt und den ärmsten der Armen verwehrt? Ich bin immer wieder überrascht, wie viel Hass den Hartz-IV-Empfängern entgegen gebracht wird. Wenn man genauer nachfragt, bekommt man zu hören: Missbrauch, faul, arbeitsscheu – habe ich alles im Fernsehen gesehen…
Natürlich gibt es auch Missbrauch, aber man würde ja auch nicht die Abschaffung der Demokratie fordern, nur weil es korrupte und kriminelle Politiker gibt – oder Herr Westerwelle?
Reply